Pro Vita - Für das Leben e.V.

Unser Kleiderstübchen

Mathildenstraße 36
64625 Bensheim

Öffungszeiten:
jeden 1. Dienstag im Monat
14.30 - 16.00 Uhr
jeden 3. Mittwoch im Monat
09.30 - 11.30 Uhr

Wir bitten die Abgabe von Kleidern und anderen Sachspenden individuell zu vereinbaren. Während der Ausgabezeiten erfolgt keine Annahme. 

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Der Verein feierte im letzten Jahr sein 30-jähriges Jubiläum.

Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten war am 18. September 2011 ein Festgottesdienst in der Kirche St. Georg mit Dekan Groß und einem anschließenden Empfang im Pfarrzentrum St. Georg. Der hessische Sozialminister Grüttner sprach die Festrede.
Am 6. November gastierte Walter Renneisen im Parktheater mit einer Benefizveranstaltung "Die Sternstunde des Josef Bieder".

Pro Vita feierte Jubiläum

Sozialminister Grüttner, Maria Reeb ,Maria Zimmermann, Dagmar Bonerz, Rolf Richter
Sozialminister Grüttner, Maria Reeb ,Maria Zimmermann, Dagmar Bonerz, Rolf Richter

Seit 30 Jahren ein Mutmacher für Menschen in Not

Die Zeiten haben sich geändert, die Gesellschaft hat es auch. An die Ende der 70er Jahre heftig geführten Diskussionen um den sogenannten Abtreibungsparagrafen 218 erinnert sich heute kaum noch jemand. Diese waren aber ausschlaggebend dafür, dass sich in Bensheim am 9. Juni 1981 der Verein Pro Vita - Für das Leben gründete, der sich den Schutz des Lebens zum Ziel setzte. In Not geratenen Schwangeren und jungen Müttern sollte durch umfassende persönliche Beratung und Unterstützung ebenso geholfen werden wie alleinerziehenden Frauen oder Familien mit finanziellen Problemen. "Der Verein wollte so zu einer kinderfreundlichen Gesellschaft beitragen", beschrieb Vorsitzender Rolf Richter beim gestrigen Festakt zum 30-jährigen Bestehen die Motivation aller dort ehrenamtlich Tätigen. Ein großes Dankeschön für eine wegweisende Pionierarbeit sprach Richter den drei anwesenden Gründungsmitgliedern Hildegard Zimmermann, Maria Reeb und Dagmar Bonerz aus. Anhand von praktischen Beispielen machte er deutlich: Pro Vita hat sich mit seinen Hilfsangeboten den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst. Der Betrieb eines Wohnheims in der Obergasse - in dem 30 Kinder aufwuchsen - wurde aufgegeben. Heute sind Schwerpunkte der ehrenamtlichen Arbeit die Unterhaltung eines Kleiderstübchens in der Mathildenstraße und finanzielle Hilfen, flankiert von Aktionen wie "Keiner fällt durchs Netz" oder "Netzwerk Leben".

Gut funktionierendes Netzwerk:
Pro Vita wird noch immer gebraucht - aber ohne ein gut funktionierendes Netzwerk mit unterschiedlichen Partnern wie den Sozial- und Jugendämtern, der Caritas und dem Diakonischen Werk "wäre die Arbeit nur halb so wirkungsvoll. Wir leisten schnelle und unbürokratische Hilfe, fördern Eigeninitiativen von in Not geratenen Menschen und suchen gemeinsam nach neuen Lebensperspektiven. Damit wollen wir nachhaltig Mut zum Leben machen". Die Notwendigkeit, Schwangeren in einer Konfliktsituation Mut zur Geburt des Kindes zu machen, Frauen und Eltern nach der Geburt zu unterstützen, bestehe nach wie vor. Momentan würden mehr als 30 Familien und Alleinerziehende unterstützt.

Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner, der bereits am Festgottesdienst mit Dekan Thomas Groß in Sankt Georg teilgenommen hatte, stellte in seiner Festansprache den Gedanken der Hilfe zur Selbsthilfe in den Mittelpunkt. Pro Vita leiste dabei Hervorragendes. Der Verein vermittle Menschen in Not ein neues Selbstwertgefühl, zeige Perspektiven auf und gebe ihnen auf unbürokratische Weise Hilfestellung, aus der schwierigen Situation heraus zu finden. Das zentrale Ziel, Mut zum Leben zu machen, habe Pro Vita in seiner dreißigjährigen bewegten Geschichte nie aus den Augen verloren und damit langfristige Wirkung gezeigt: "Schwangerenkonfliktberatung ist Lebensberatung". Der Staat könne auf ein reges, bürgerschaftliches Engagement heute nicht mehr verzichten, machte der Minister deutlich. Grüttner nannte das Ehrenamt "die tragende Säule in unserer Gesellschaft". Pro Vita habe "viel zur Linderung der Not und der gefühlten Ausweglosigkeit der Menschen" mit beigetragen, formulierte der Minister seine Wertschätzung. Gemeinsames Ziel von Politik und ehrenamtlich Tätigen müsse es sein, Rat- und Hilfesuchende soweit zu unterstützten, dass sie wieder selbstständig am sozialen und kulturellen Leben teilhaben.

Landrat Matthias Wilkes, Bürgermeister Thorsten Herrmann und Martin Fraune vom Caritasverband gratulierten ebenfalls. "Pro Vita ist so aktuell und gefragt wie vor 30 Jahren", bekräftigte Wilkes. Herrmann bezeichnete Pro Vita als "Segen für unsere Stadt" und sprach sich dafür aus, eine "Willkommenskultur" für die Starken wie die Schwachen zu schaffen. Martin Fraune äußerte die Hoffnung, dass das gemeinsame Projekt für minderjährige Schwangere und Mütter, "Zwischen Windel und Disco", bald wieder eine Neuauflage in Bensheim erfährt.

Für musikalischen Wind bei der Geburtstagsfeier im Pfarrzentrum Sankt Georg sorgte die Band der städtischen Musikschule. Es spielten Ronja und Rijana Nowak, Gudrun und Werner Nowak, Moritz Bort und Helmut Karras.

(gs)

Bergsträßer Anzeiger
19. September 2011