Pro Vita - Für das Leben e.V.

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Eine Sternstunde für "Pro Vita" - Dank Walter Renneisen

Plakat

Parktheater: Bei einer Benefizgala gab Walter Renneisen souverän den Josef Bieder

Bensheim. Als "eine Sternstunde für Pro Vita" bezeichnete die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Barbara Frassine, am Ende eines überwiegend heiteren, ab und an auch nachdenklich stimmenden Theaterabends, das grandiose Solo von Walter Renneisen in "Die Sternstunde des Josef Bieder".

Nach 100 Minuten virtuosem Spiel bedankten sich Frassine und "Pro Vita"- Vorsitzender Rolf Richter bei dem Mimen, der nicht nur Darsteller des Einpersonenstücks ist, sondern gleichzeitig Dramaturg und Regisseur. Die Vorlage von Eberhard Streul hat Renneisen bearbeitet, aktualisiert und mit Text und musikalischen Einlagen erweitert: Ein Genuss für Auge und Ohren, für den die Theaterbesucher den Darsteller in seiner Paraderolle frenetisch feierten.

Höhepunkt des Jubiläumsjahres

Walter Renneisen verzichtete an diesem Abend zugunsten von "Pro Vita" auf seine komplette Gage. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf der Benefizveranstaltung gehen zu hundert Prozent in die Vereinskasse. "Wir sind ein Verein, der seit 30 Jahren Alleinerziehenden, Schwangeren und Familien in Notlagen hilft. Wir werden den Erlös sorgfältig verwalten", gab Richter dem Publikum eine Kurzinfo. Die Vorstellung mit dem im Auerbach wohnenden Schauspieler nannte er "den Höhepunkt und Abschluss unseres Jubiläumsjahres".

Der Dank des Vorstandes richtete sich auch an Renneisens Ehefrau Elisabeth, die die Idee einer Benefiz-Gala von Anbeginn an unterstützt und mitgetragen hat. Der Schauspieler erklärte am Mikrofon ebenfalls, warum er die ehrenamtliche Arbeit von "Pro Vita sehr schätzt, und ich heute hier sehr gern gespielt habe". Er wisse von einem konkreten Fall, in dem schnell und vor allem nachhaltig geholfen worden sei. Dies habe ihn beeindruckt.

In der in der Rolle des armen Schluckers und selbst ernannten "Chef-Requisiteurs", der einen Abend lang im Rampenlicht steht und diese Chance - trotz gegenteiliger Beteuerungen - aus vollen Zügen genießt, gewährt er dem Publikum im ausverkauften Parktheater intime Einblicke in die Schweinwelt der eitlen Bühnen-Romeos und zickigen Diven.

Gleichzeitig verrät Renneisens Bieder bei aller Fremd-Petzerei und Motzerei mehr über sich selbst, seine Unbedeutsamkeit, Einsamkeit und heimliche Schwärmerei als ihm bewusst und lieb ist.

Der Spagat zwischen Tragik und Komik gelingt dem Schauspieler auf wunderbare Weise. Sein Spitzen-Tanz als "sterbender Schwan" im zum Ballett-Tütü zweckentfremdenden Lampenschirm ist einzigartig- komisch ("Ich liebe Ballett"). Die Zuschauer lachen Tränen und haben doch Mitleid mit dem ungelenken Kerl, der so unbedarft sein Innerstes nach außen kehrt - und keinen Gedanken daran verschwendet, dass er eine komische Figur abgibt und sich der Gefahr der Lächerlichkeit aussetzt.

Ein Menschenkenner

Man muss ein genauer Beobachter, Menschenkenner sein, um den Josef Bieder so einfühlsam und ohne Häme und Vorurteile spielen zu können, wie dies Walter Renneisen seit vielen Jahren immer wieder tut. Dass er aber nicht nur ein wunderbarer Schauspieler ist, der die leisen Töne aus dem Effeff beherrscht, sondern auch ein talentierter Musiker, konnten die Bensheimer Besucher der Benefiz-Gala miterleben und hören.

Renneisen spielte auf dem Dudelsack, rockte zur Gitarre und am Bass, blies die Trompete und Posaune, brillierte am Klavier, am Schlagzeug, Saxofon und Alphorn. Und ach ja: Mit der Bohrmaschine, dem Tacker und Glöckchen lassen sich auch Töne erzeugen.

Unterstützt wurde "Pro Vita" an diesem Abend auch von der katholischen Kirchengemeinde Sankt Michael aus Einhausen. In der Pause verkauften Gemeindemitglieder Schokoladen-Nikoläuse. 50 Prozent der Einnahmen bekommt der Verein. gs

Bergsträßer Anzeiger
8. November 2011